Dienstag, 7. September 2010

Deutschland ich komme

Naja, oder besser, Deutschland ich bin schon wieder da ...

Mit großer Angst vor dem Abschied nahm ich schon 12 Tage vor Abflug meine Mutter am Flughafen in Empfang, weil wir beide in Genuss kommen durften uns schon fast zwei Wochen vor meiner Rückkehr in die Arme schließen zu dürfen und die letzten 10 Monate in einem spannenden und erlebnisreichen Urlaub Revue passieren zu lassen :o)

Wir haben viel unternommen, mit anderen Worten, ich habe sie ganz schön durch die Gegend gescheucht und das bei 48° C im Schatten, bzw. in der Wüste.

Wir haben den Norden bestaunt, waren in Yehudia vier Stunden durchs Wadi wandern, in Nazareth Village und haben uns das nachgebaute Klein-Nazareth angesehen.

Auf der Durchreise zum Totenmeer haben wir noch einen Abstecher in meine WG gemacht, kurz bevor auch die Hälfte meiner Mitbewohner kurz vor ihrem Abflug stand. Ein letztes Lebewoh und wir sehen uns Hannover erleichterte das Herz um einiges, da der Abschied ja nicht fpr lange sein sollte.

Die Fahr durch die Wüste setzte sich dann fort.
Mit einer echten Schlammschlacht haben wir es uns am Toten Meer gut gehen lassen, wenn man die Temperaturen dabei ein wenig in den Hintergrund zu stellen vermag, denn die haben uns die Reise keinesfalls erleichtert, aber wir hatten schon eine sehr schöne Zeit.





Eine Nacht unter Palmen in En Gedi auf dem Campingplatz blieb uns auch vergönnt, wobei man zu erwähnen hat: Leute so einen Sternenhimmel habt ihr schon lang nicht mehr gesehen !!!
Mutti bekam kaum ien Auge zu, wobei man nicht genau sagen kann, ob es an der Begeisterung des Himmelszeltes lag oder an der Angst, jemand könnte unseren schönen Mietwagen knacken.

Am nächsten Tag gingen wir durch En Gedi und von allen Wasserlöchern die man dort finden kann, ließen wir auch nicht eines aus.
Nach Massada setzte sich unsere Reise gen Süden fort.
Mit einem Zwischenstop in Eilat und einer Nacht im Shelter ging es auch direkt weiter nach Ägypten in den Sinai.
Dort erlebten wir zwei gefüllte Tage mit Spannung, Spiel und Spaß.

Die erste Aktion war eine Quadtour durch die Wüste, der Spaß wurde dann fortgesetzt mit einer Erfrischung im Hotel eigenen Pool. Am folgenden Tag berauschte uns das Meer, dessen faszinierende Welt uns in seinen Bann zog. Wir schnorchelten über denn Blue Holes und betrachteten allerlei Fischarten.


Wir schlossen nette Kontakte mit anderen Deutschen und einem Amerikaner, deren Gesellschaft wir im entfernten Süden sehr genossen.

Lustig, wenn man sich zufälliger Weise in einem Urlaub zweimal trifft.


Die Reise führte uns dann nach dem Ägyptenausflug zurück ins wunderschöne Jerusalem, wobei viele der vorgenommenen Termine nicht einzuhalten waren, weil bei mir nun doch der Abschied näher rückte oder Fräuleinchen (also ich) nicht pünktlich aus dem Bett kam.

Alles in allem hatten wir eine echt schöne Zeit und einen wirklich gelungenen Urlaub.

Dann hieß es aber doch Abschied nehmen und so richtig bewusst ist einem das alles doch irgendwie nicht. Die Vorstellung davon gehen zu müssen fand ich grausam.

Was man doch alles für schöne Erlebnisse hatte in den letzten Monaten und jetzt sollte das für mich vorbei sein ???

Aber es ließ sich nicht aufhalten und im Endeffenkt muss ich gestehen hatte ich mehr Panik davor, als es am Ende wirklich schlimm war.

Die Ankunft in Deutschland war doch ziemlich nett.

Meine Schwester holte uns inklusive meines nun schon fast laufenden Neffen ab. Den Knirps habe ich ja nun über die hälfte seines Lebens nicht gesehen.

Mit einem netten Familienfrühstück wurde ich dann begrüßt und der Tag endete in einem fröhlichen Wiedersehensgespräch mit meiner besten Freundin. Wir haben wirklich den ganzen Tag verquatscht und das war gut so :o)

Am Samstag den 14.8. gab es dann tatsächlich eine Wilkommens-Überraschungsfeier für mich. Die Überraschung ist Ihnen gelungen. Ich war doch sehr froh alle wiedersehen zu können und die erste Woche ging so schnell vorbei. So auch die Weiteren.

Für alle die jetzt wissen wollen, wie es weitergeht.... -> ....


Ich beginne im Oktober mein Lehramtsstudium in Flensburg und freue mich nun auf den Lebensabschnitt der vor mir liegt :o)

Ich bin gewiss, dass Gott mich führen wird, auch auf heimatlichen Boden und bin dankbar für alles was er mir in dem letzten Jahr geschenkt hat.

Ich möchte euch hier nun auch abschließend danken, für alle Unterstützung im Gebet und auch für alle finanzielle Hilfe, die mir mein Jahr in Israel erst ermöglicht hat.


Gottes Segen wünsche ich euch.
Liebe Grüße
von eurer Sara

Donnerstag, 8. Juli 2010

Langsam wird's ernst

Ja ihr Lieben, ich hab schon ewig nichts mehr von mir hören lassen, wobei doch so viel passiert ist, was wahrscheinlich auch der Grund für mein langes Schweigen ist.

Also Ende Mai bekam ich Besuch von meiner Tante. Wir verlebten eine ereignisreiche und heiße Woche. Da sie schon vor einigen Jahren in Israel gewesen ist, haben wir uns nicht wie sonst die typischen Touristenattraktionen angeschaut, sondern die Zeit eher als Urlaub genossen.
Neben Jerusalem und netten Abendenden daheim, waren wir in Ein Gedi, wanderten durchs Wadi David, und besuchten das Tote Meer. Es ist immer wieder erstaunlich wie salzig und ölig es doch ist. Wir besuchten einen Shabatgottesdienst in der Jerusalem Great Synagogue und machten Picknick auf der Promenade mit Ausblick auf Jerusalem.
Es gibt so viele schöne Ecken hier!!!
Drei Tage haben wir in Eilat verbracht, das war eine ziemlich heiße Zeit, wir hatten ca. 44°C das ist dann schon nicht mehr angenehm ohne Klimaanlage, doch am Strand und im Wasser ließ es sich aushalten.

Desweiteren fand Anfang Juni unsere Abschlussseminar statt. Es war ein komisches Gefühl sich fast zwei Monate vor dem wirklichen Abschied schon so in Abschiedsstimmung versetzen zu lassen. Das Seminar war in Latrun, auf dem Gelände der Jesusbruderschaft. Es war ein recht entspanntest Seminar vom Programm her locker und so gestaltet, dass jeder Zeit hatte über die Zeit und das Leben nachzudenken und doch spannend aufgrund der ganzen bevorstehenden Abschiede. Jeder gab einen kleinen Bericht, wie es denn nach dem Dienst weitergeht. Wir hatten einen bunten Abend, an dem jeder nochmal kreativ werden durfte und wir genossen die Zeit, die wir zusammen hatte.

Mittlerweile ist Olga, eine unsere Volontärsbetreuerinnen auch schon wieder in Deutschland gelandet. Ihre Dienstzeit ist hier ebenfalls beendet und ich kann nur sagen, wie dankbar ich dafür bin, dass sie hier für uns da war. Bei Problemen, ob klein oder groß sind Ingrid und Olga immer mit Rat und Tat zur Stelle gewesen. Danke dafür!!!

Wie einige von euch bereits wissen, war ich in den letzten Monaten zunehmend damit beschäftigt mich auf Eignungsprüfungen für mein bevorstehendes Studium vorzubereiten. Ich verbrachte oft meine freie Zeit zwischen den Schichten damit mich zu belesen und mir eine Stoffsammlung anzulegen, mit der es sich besser lernen lassen sollte. So war mein Flug nach Deutschland schon seit Februar/ März geplant, weil ansonsten keine Chance bestanden hätte für meinen favorisierten Studiengang ins Auswahlverfahren zugelassen zu werden.
Trotz netter Ablenkung während der Vorbereitungszeit, gelang es mir in der letzten Woche die Prüfung an zwei Universitäten abzulegen. Von der einen weiß ich bereits, dass ich bestanden habe, was mir jedoch noch nicht den Studienplatz garantiert.

Mein Flug nach Deutschland war sehr komisch für mich, da ich in meinem Kopf und in meinem Herzen darauf eingestellt war und bin mein Zuhause bis August in Israel zu sehen. Hier fühle ich mich mittlerweile wie man ja auch meinen letzten Einträgen entnehmen kann sehr wohl. Ich bin so glücklich hier sein zu dürfen. Ich habe wunderbare Freundschaften schließen dürfen für die ich so dankbar bin.

Mein Flug ging jedenfalls am 23.Juli und meine Ankunft in Berlin wurde gefolgt von einem Frühstück zudem sich meine Mutter auf meiner Bitte hin, schon zu meiner Schwester eingeladen hatte.Und so kam ich als Überraschungsgast einfach mit.
Da kaum jemand wusste, dass ich während meines Dienstes nach Deutschland komme war die Überraschung sehr vielfältig bei verschiedenen Leuten gut gelungen.
Die elf Tage in Deutschland waren so vollgestopft, dass kaum Zeit war zu mir selbst zu finden. Ich durfte wunderschöne Stunden mit meiner Familie erleben, den Geburtstag meines kleinen Neffen miterleben und die Wiederkunft meines Bruders feiern. Ich bin sehr dankbar für die vielen Ereignisse, die ich so miterleben durfte in dieser doch kurzen Zeit.

Das Hauptanliegen jedoch waren ja die Musikprüfungen für die ich halb Deutschland bereisen musste. So durfte ich Flensburg kennenlernen, eine kleine niedliche, hübsche saubere Stadt ganz im Norden Deutschlands und Kassel, eine Großstadt in der Mitte Deutschlands. Wohin es mich dann im Endeffekt ab dem Wintersemester verschlägt ist jedoch noch nicht klar. Ich durfte eine gute Freundin aus Israel wiedersehen, wofür ich ebenfalls sehr dankbar bin.
Meine Prüfungen waren dann vorüber und ich konnte die letzten zwei Tage etwas ruhiger angehen.
Am Sonntag hieß es dann „Heimreise“ zurück nach Israel. Mein Flug ging erst am Abend, so konnte ich mich noch von allen verabschieden, wobei meine Wiederkehr ja nicht allzu lang auf sich warten lässt, denn schon in knapp fünf Wochen bin ich zurück in Deutschland und hoffe mich wieder gut einleben zu können, einen kleinen Vorgeschmack konnte ich mir ja nun holen.

Nun kehre ich wieder in meinen Arbeitsalltag ein, und hoffe die letzten Wochen in vollen Zügen auskosten zu können.

In Deutschland wurde ich gefragt, warum ich keine Negativerlebnisse von mir lesen lasse. Dazu kann ich nur sagen, dass die Negativerlebnisse, die ich hier eventuell erlebe wahrscheinlich so gering bedeutend für mich sind, dass ich sie zu schnell vergesse, oder als zu unbedeutend empfinde als dass ich sie hier zu Papier bringen möchte.

Viele warme und herzliche Grüße sende ich euch aus dem schönen Jerusalem
Eure Sara

Montag, 10. Mai 2010

Draußen herrscht Hitze

33°C in Jerusalem und in Eilat sollen es derzeit sogar 40° sein, das veranlasst mich zufrieden daheim zu bleiben, weil es drinnen temperaturbedingt viel angenehmer ist, dies ist nur ein kleiner Einblick für euch in meine Welt :o) Das Schälchen mit Wassermelone steht gerade neben mir. Die Vielfalt der Früchte auf dem Shuk muss ich noch auskosten.

Eigentlich geht’s mir ganz gut muss ich sagen, bis auf den Virus den ich aus dem Hostel mitgenommen habe. Ein Magen-Darmvirus geht zurzeit durch Haus. Eine Erkältung habe ich mir dazu auch eingefangen, aber ansonsten geht’s mir super :o)

In der vorletzten Woche war ich im Sinai (Halbinsel zu Ägypten gehörig). David, ein Mitvolontär hatte Besuch von seinem Bruder und wollte dorthin fahren, da ergriff ich die Gelegenheit und fuhr mit, um den Sinai auch mal sehen zu können. Anhand der Fotos könnt ihr sehen, dass wir sehr ereignisreiche und doch entspannte Tage verleben durften. Wir sind Quad gefahren, waren schnorcheln und von mir kann ich sagen, dass ich mich gut erholt habe :o) Sonne getankt und ausgeruht.

Auf dem Rückweg über Eilat (südlichster Zipfel Israel) sind wir nochmal schnorcheln gegangen, bevor es dann, zumindest für mich, ab nach Hause hieß.

In der letzten Woche gab es eine „good bye“ Party für einen Mitvolontär, der seinen Dienst hier beendet hat. Das ist ein komisches Gefühl, in die Abschiedsstimmung mit eingebunden zu werden, wenn man sich selbst darüber bewusst wird, dass meine eigene Zeit sich hier auch dem Ende nähert.

Demnächst schon wird mein Abschlussgespräch sein, was mir doch noch so weit entfernt vorkommt. Wie es dann weitergeht, weiß ich noch nicht, das entscheidet sich dann mit den Studien-zu und –absagen. Ich bitte Gott, dass er mir Weisheit schenkt, dass ich seinen und damit den richtigen Weg für mein Leben erkennen möge.

Vielen Dank an euch, für eure Unterstützung im Gebet, für die Sicherheit, dass Menschen in meiner Heimat an mich denken.

Ich wünsche euch Gottes Segen und freue mich von euch zu hören oder zu lesen.
Eure Sara

Mittwoch, 14. April 2010

So schnell kann es gehen

Nach langer Zeit melde ich mich nun wieder zu Wort.
Seit Purim ist eine ganze Weile vergangen… und es ist viel passiert.

Ende März hat mich Yvonne besucht, eine in meiner Heimatstadt studierende Freundin.
Wir haben eine wundervolle Woche im schönen und warmen Israel erleben dürfen. Unsere Reise führte uns durch Jerusalem, in die Wüste ans Tote Meer, nach Haifa und zum See Genezareth. An dem Märzwochenende verbrachten wir unsere Zeit in Haifa bei einem unserer Seminare. Wir lernten die Stadt kennen und durften einem interessanten Vortrag über den chassidischen jüdischen Glauben lauschen.
Haifa ist eine der Städte, in der das Zusammenleben verschiedener Religionen nebeneinander wunderbar funktioniert. Juden, Christen, Muslime und Bahais leben dort friedlich miteinander. Am Ende des Seminars liehen wir uns ein Auto und fuhren nach Tiberias, am See Genezareth dort besuchten unter anderem Kapernaum. Der Ort an dem Jesus einige Zeit lebte und der an dem er sich seine ersten Jünger aussuchte. Der See Genezareth ist der einzige Süßwassersee in Israel und rund um den See kann man schwarze Steine sehen, die auf eine Vulkanvergangenheit hinweist. In Kapernaum kann man die ausgegrabenen Grundmauern sehen. Es ist alles sehr hübsch angepflanzt und ein sehr eindrucksvoller Ort.
Nach einer Woche Urlaub hieß es dann aber auch schon wieder Abschied nehmen und Yvonne flog wieder zurück ins kühlere Deutschland.
Nebenbei bemerkt vergeht die Zeit hier noch immer wie im Flug. Mir bleiben nur noch 124 Tage, habe ich vorhin bemerkt!!!

Dann begann auch schon die spannende Passahzeit. In Jerusalem und wahrscheinlich in ganz Israel tummelten sich eine Menge Touristen. Die Stadt war sehr belebt und die Fremdenführer bemühten sich ihre Reisegruppen zusammenzuhalten.
Ich habe viel gearbeitet, da sich bereits der nächste Besuch angemeldet hatte und somit bereits der nächste Urlaub geplant war.
Passah ist das wichtigste Fest der Juden. Sie gedenken an den Auszug aus Ägypten und feiern meist in ihren Familien dieses Ereignissen.

Unsere Friends hatten auch Urlaub, das heißt, sie gingen nicht in die Einrichtung der zur Schule, und blieben bei uns im Hostel. Wir hatten verschiedene Ausflüge geplant, wie zum Beispiel einen ins Schwimmbad oder Spaziergänge ins Grüne.

Drei unserer WG-Volos waren eingeladen zur Passahfeier in der Gemeinde, in die wir samstags gehen. Wir waren ca. 130 Leute dort. Der Gemeindesaal wurde in einen Festsaal umfunktioniert. An den Wänden haben die Kinder und Teenies die Geschichte künstlerisch dargestellt und die Tische waren während des Abends reich gedeckt worden. Es war ein wirklich tolles Erlebnis und ich bin dankbar, dass es eingerichtet werden konnte, dass wir daran teilnehmen durften.

Danach ging das Arbeiten bis zum Karfreitag weiter und dann war sie auch schon angekommen, die Osterzeit. Auch bei mir!
Am Samstag besuchten wir den Ostergottesdienst in der Jerusalem Assembly und danach das Gartengrab und ließen den Bibeltext und die Geschichte auf uns wirken. Das Gartengrab liegt außerhalb der heutigen Stadtmauern, in der Nähe des Damaskustores. Es ist ein sehr hübscher Garten, der neben einem Hügel positioniert ist, und in dem sich eine im Felsen eingehauene Grabhöhle befindet. Ob Jesus tatsächlich dort drin lag oder in einer anderen Grabhöhle, das ist mir eigentlich egal, jedoch erleichtert das Gartengrab die Vorstellung des Geschehens ungemein. Am Abend gingen wir in die Ben Yehuda.
Mein Besuch waren zwei Freundinnen aus Potsdam. Am Sontag waren wir auf dem Ölberg im deutschsprachigen Gottesdienst und haben danach noch einen Altstadtbummel gemacht. Am Abend begann der zweite Vollfeiertag des Passahfestes. Somit verbrachten wir den Montag zu Hause, da keine Busse fuhren und auch alle Läden geschlossen hatten.
Am Dienstag fuhren wir mit dem ersten Bus nach Eilat. Dort verbrachten wir drei wundervolle Urlaubstage mit Meer, Korallen, Kamelen, Sonne und Strand.
Gleich am ersten Tag waren wir am Choralbeach schnorcheln. So viele bunte Fische in solch prächtigen Farben habe ich noch nie zu Gesicht bekommen. Mich fasziniert ja schon die Wüste, mit den Gesteinen und den Quellen und dann sah ich Korallen, Clown fische, wie ich sie zuvor nur aus Disneyfilmen kannte und war begeistert.
Wir waren auf einer Kamelranch und haben an einem einstündigen Ausritt teilgenommen, das Meeresmuseum haben wir auch unsicher gemacht. Dort gab es alle Arten von Tieren, die ihre Heimat im Roten Meer haben und wir waren am Delfinriff. Ein Strandabschnitt an dem acht Delfine gehalten werden. Sie leben dort in Gefangenschaft, wobei ich beim Anblick der Tiere nicht das Gefpül hatte, sie sein in irgendeiner Weise unglücklich. Sie spielten mit den Trainern (ohne ausgesetzte Belohnung), sprangen durchs Wasser, spielten miteinander, es war eine wahre Freude zuzusehen. Ja und am Donnerstag ging auch der Urlaub in Eilat zu Ende. Am Freitag fuhren wir nach Tiberias, dort kannte ich mich ja nun schon Dank Yvonnes Besuch ein wenig aus. Tabgha haben wir uns auch angeschaut, dort fand die Brotvermehrung statt.
Doch auch dieser Urlaub ging vorbei.
Gestern Nacht sind Caro und Rahel dann zum Flughafen gefahren und nun komme ich langsam, aber sicher wieder in meinem Alltag an.

Ihr seht, ich hatte eine ausgefüllte Zeit und ein straffes Programm.
Ich hoffe es geht euch gut, ich habe gehört, dass der Frühling auch in Deutschland angekommen ist :o) Das freut mich sehr für euch, nach diesem Winter ist er wahrscheinlich sehr willkommen. Ich hoffe ihr hattet eine gesegnete Osterzeit.
Vielleicht höre ich ja von dem einen oder anderen etwas?!
Ich würde mich freuen von euch zu lesen.
Seid ganz lieb gegrüßt.
Eure Sara

Donnerstag, 25. Februar 2010

Frühlingseinbruch

Unser kalter Herbst, denn Winter wäre als Beschreibung für die letzten Monate zu viel gesagt, ist nun langsam aber sicher vorüber. Die Bäume blühen in schönster Farbenpracht und die Wiesen grünen. Der Anblick ist wirklich wunderschön und es wird gesagt, dass der Frühling die schönste Jahreszeit hier ist und dass wir den wärmsten Februar seit 37 Jahren haben.













Nun ist der Alltag auch bei mir wieder eingekehrt. Es ist normal, dass mein Wecker in aller Frühe klingelt und ich ganz verschlafen aus dem Bett springe. Die Arbeit wird gewohnter und die wöchentlichen Fahrten in die Altstadt gehören auch schon zu meinem täglichen Leben dazu. Doch ich muss sagen, der allmorgendliche Blick auf Jerusalem lässt mein Herz immer wieder hüpfen, vielleicht könnt ihr das nachvollziehen, wenn ihr die Bilder seht.


Ich habe hier neue Kontakte knüpfen dürfen, neue Freunde gefunden für die ich sehr dankbar bin. Man unternimmt gemeinsame Aktionen und so wird es hier doch recht abwechslungsreich.

In der Zwischenzeit habe ich mal einige Bilder von der Wohnung gemacht, in der ich arbeite, um euch einen Eindruck meiner Einrichtung zu geben.
Ich habe es tatasächlich geschafft mich nach der Frühschicht aufzuraffen um den Felsendom zu besuchen. Die Fotos könnt ihr euch auch ansehen. Und mittlerweile habe ich auch gelernt, dass man gefälligst schon am Donnerstag die Dinge einzukaufen hat, die man am Wochenende noch benötigt, denn ansonsten sitzt man womöglich mit knurrendem Magen dort. Bilder vom Stadtgedränge lade ich bei der Gelegenheit auch gleich hoch.


Letztens habe ich die Gelegenheit genutzt und meine zwei freien Tage erneut in Ein Gedi verbracht. Dort waren wir wieder im Wadi baden und ich kann jetzt sagen, dass ich schon mal auf dem Toten Meer gelegen bin. Ein komisches Gefühl nicht selbst steuern zu können, in welcher Lage man jetzt gerade sein möchte, sondern die Beine einfach nach oben „schweben“ und man zum Liegen gezwungen ist. Da wird einem erst mal bewusst wie schwer es ist die Kontrolle über sich selbst abzugeben und sich einfach tragen zu lassen.

Die Jahreszeit bringt viel Obst mit sich und so darf ich schon im Februar die Erdbeeren genießen Ja am letzten Wochenende haben wir zum Beispiel ein Shabatpicknick im Park gemacht, mit Passionsfrüchten, Kaktusfeigen, Pomelo und Erdbeeren. Dann habe ich in der Altstadt übernachtet und wir sind am Morgen auf den Ölberg gestiegen und haben den Sonnenaufgang mit erlebt. Die Sonne geht hinter dem Ölberg auf und strahlt dann auf Jerusalem. Bei der Gelegenheit habe ich gleich noch einen kurzen Blick in den Garten Gethsemane geworfen.

Nun habe ich auch wieder ein Hobby gefunden. Aufgrund meiner Musik belasteten Zukunftspläne spiele ich doch des Öfteren Klavier und Flöte und habe jetzt auch einen Chor in Jerusalem gefunden, dem ich mich angeschlossen habe. Mit den Proben komme ich manchmal arbeitstechnisch in Konflikte, da ich mir die Schichten ja nicht aussuchen kann, aber das passt schon.

Die nächste Zeit wird sehr aufregend für mich. Im März und April bekomme ich Besuch auf den ich mich schon ganz doll freue und ich habe mich aufgerafft ein bisschen zu planen, was man denn in der Zeit alle besichtigen kann.
Die jüdischen Feste lassen auch herzlich grüßen. Heute feiern wir mit unseren friends Purim. Für die, die damit nichts anfangen können. Im Wesentlichen ist es dem deutschen Karneval sehr ähnlich, der Ursprung jedoch liegt in der Geschichte der Königin Esther. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann mal unter dem link hier nachlesen http://www.talmud.de/cms/Purim_Fest_des_Sieges_u.64.0.html
Ich bin gespannt, wie das wird. Autisten aus anderen Hostels werden hier zu Gast sein und mit uns feiern. Das Haus ist voll und das wird bestimmt aufregend.

So, nun schließe ich für heute. Ich möchte mich noch entschuldigen, dass ich so lang nicht von mir hören lassen habe, aber meine Zeit ist wirklich begrenzter als ich dachte und jeden Abend fällt mir auf, dass 24 Stunden gar nicht so viel sind.

Liebe Frühlingsgrüße sende ich euch aus Jerusalem
Eure Sara

Sonntag, 24. Januar 2010

Nach langer Zeit...

Ja, drei Wochen sind vergangen in denen ich jetzt schon nichts mehr von mir lesen lassen habe. Irgendwie vergeht die Zeit so schnell und von der genannten bleibt nicht viel übrig am Ende des Tages. Ich bemerke, wie schnell die Stunden hier vergehen und dann ist der Tag schon um und die Nacht gefühlt viel zu kurz.
Ich möchte aber mal in der richtigen Reihenfolge schreiben :o)

Also den Jahreswechsel haben wir wie geplant in Haifa bei den Mädels gefeiert. Wir waren ziemlich viele Leute und hatten wirklich eine schöne Zeit. Die Nacht zum 1. Januar war jedoch ganz anders als gewohnt, weil es hier unglaublich ruhig ablief.
Wir sind voller Erwartungen zu einem nahegelegenen Aussichtspunkt in Haifa gelaufen und haben auf die bunten Lichter am Himmel gewartet, doch nur in weiter Ferne konnte man silberne kurz aufleuchtende Lichter beobachten und dann wars auch schon vorbei. Somit war es doch besinnlicher als sonst. Wir haben draußen Lobpreis gemacht und dann noch nett beisammen gesessen.
Am 1.Januar ging es dann wieder zurück nach Hause, nach Gilo, wo wir uns rangesetzt haben, um den Seminargottesdienst vorzubereiten. Das Seminar war in der Zeit vom 8.-10. Januar. Wir waren mitten in der Jerusalemer Altstadt im Österreichischen Hospiz.
Dort hatten wir ein wirklich schönes und vollgepacktes Wochenende. Wir haben Vorträge über die vielen verschiedenen Konfessionen gehört, über die Armenische Kirche, über die Ostkirchen und es waren wirklich viele Informationen die wir dort aufnehmen konnten.
Wir hatten eine schöne Zeit zusammen und die Umgebung im Gebäude und das Essen erinnerte doch sehr an Deutschland :o)
Der Abschlussgottesdienst fand in der St. Anna Kirche statt. Das ist der Ort, an dem das Wunder von den Teichen von Bethesda geschehen ist. Wer da mal nachlesen möchte, die Geschichte steht in Johannes 5.
Vor ca. sieben Wochen erreichte mich eine email von Ingrid Schatz und sie fragte, wer Lust hätte einer älteren Dame die in Jerusalem wohnt Postkarten zu schreiben. Also, die Frau hat viele Brieffreundschaften unter anderem in Deutschland und nach dem zweiten Schlaganfall fällt ihr das schreiben so schwer, dass sie es selbst nicht mehr schafft.
Seither besuchen Thorsten und ich sie alle zwei Wochen und helfen ihr beim Schreiben oder leisten ihr einfach ein wenig Gesellschaft.
Dazu muss ich erwähnen, dass sie eine Jüdin aus Deutschland ist, die nach dem sie das KZ überlebte nach Kolumbien gezogen ist und nun seit schon bald 20 Jahren in Israel wohnt.
Ich habe sie schon sehr lieb gewonnen, die Freude in ihren Augen über unseren Besuch lässt das Herz schon höher schlagen und ich bin sehr dankbar für die Begegnung mit ihr.

Nun zu der letzten Woche, also die Arbeitswoche war wieder sehr ereignisreich. Ich habe mich nach der Schicht immer gefreut, wenn wir trotz Zwischenfälle alles irgendwie meistern konnten.
In unserer WG hat es dann auch noch geregnet. Also über uns auf dem ersten friends-Flur war irgendwas kaputt und in der Küche bei uns hingen dann Tropfen an der Decke und es tropfte gelegentlich runter. Damit hätte ich noch leben können, also zumindest kurzzeitig, aber dass ich nachts von Tropfen geweckt werde, die direkt über mir hingen und mir ins Gesicht fielen, das ging dann doch zu weit… Ich bin für zwei Nächte umgezogen, weil ich keine Lust auf eine nasse Bettdecke hatte, denn zuerst war der feuchte Fleck nur über dem Fußende und nach der Reparatur bin ich hoffnungsvoll wieder in mein Bett gezogen und habe die Couch zufrieden zurückgelassen und werde nachts 3 Uhr geweckt. Mein erster Gedanke erinnerte mich an den Vogel in Ein Gedi, bis mir auffiel, dass das von der Decke kommt.
Doch auch dieses Problem ließ sich beheben und nun kann ich wieder ruhig in meinem Bett schlafen :o)
Ich beginne jetzt wieder mich für das Flötenspiel zu begeistern und versuche etwas häufiger zu üben. Das ist ein guter Ausgleich zur Arbeit und zudem noch wichtig für einen Eignungstest fürs Studium. Ich hoffe, ich bleibe hartnäckig und ehrgeizig.
Gestern war der Geburtstag von Dan und heute hat Wiebke Geburtstag. Da haben wir gestern gemeinsam in der Stadt (rein)gefeiert.
Heute waren wir zu einem Shabatessen bei einem jüdischen Ehepaar eingeladen. Der Abend war wirklich sehr schön. Shabat hat so etwas feierliches, familiäres. Die Verständigungssprache des Abends war Englisch. Halb fünf wurden die Kerzen entzündet, dann gingen wir in die Synagoge und danach gab es dann Abendbrot.

Jetzt ist das halbe Wochenende schon wieder vorbei.
Morgen gehen wir in den Gottesdienst in die Jerusalem Essembly. Das ist eine messianische jüdische Gemeinde. Der Gottesdienst beginnt halb elf. Da die Busse am Shabat nicht fahren, fahren wir mit einem arabischen Sherut und machen bei der Gelegenheit immer noch einen kleinen Spaziergang, da die Sherutstation ca. 20 Minuten von unserem Haus entfernt ist.
Ich bin nun bereits ein viertel Jahr hier und somit ist es an der Zeit die neuen Volontäre zu begrüßen. Nächste Woche ist das Einführungsseminar für die drei neuen Volos.
Die Volos kommen und gehen. Die ersten Volos die einem bereits ans Herz gewachsen sind verlassen demnächst schon das Land, weil ihr Dienst nun beendet ist. Das ist ein komisches Gefühl und man möchte noch gar nicht daran denken. So versucht man natürlich die letzten Wochen noch auszunutzen, ich hoffe, dass uns das gelingt.

So, nun ist die Stunde wieder fortgeschritten und möchte hier schließen.
Ich würde mich freuen von euch zu lesen, am besten per email, die werden dann auch baldmöglichst beantwortet. Danke für die liebe Grüße, die mir immer treu ausgerichtet werden.

Seid lieb gegrüßt.
Eure Sara

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Ein gesegnetes neues Jahr

Nach der aufregenden Weihnachtszeit lasse ich nun das letzte Mal im Jahr 2009 von mir lesen.

Das Weihnachtsfest war ein sehr schönes muss ich sagen, meine Ängste es überhaupt nicht genießen zu können ohne Familie hat sich zu meiner großen Freude nicht bestätigt. Am 24. Dezember sind wir wie geplant zur Weihnachtsfeier in die Hagay gefahren. Dort war alles rot glänzend festlich geschmückt, und das Essen war schon vorbereitet. Wir haben Weihnachtslieder gesungen, fröhlich beieinander gesessen und geschrottwichtelt. Wir hatten gemütliche schöne Stunden bis wir 21.30Uhr in die Erlöserkirche zum Gottesdienst gegangen sind. Diese war bis zu den Türen gefüllt. Nicht nur Christen die die Geburt Jesu feiern wollten, sondern auch neugierige Israelis, die einfach mal gucken wollten, wie die Christen so Weihnachten feiern.
Besonders schön, weil man es eben gewöhnt ist war das Lied „Oh du Fröhliche“ am Ende des Gottesdienstes.

Danach haben sich alle Interessenten vor der Kirche versammelt, fast ausschließlich Volontäre die dann gemeinsam nachts nach Betlehem gepilgert sind. Mitternacht begann der Marsch und 3.30 Uhr erreichten wir die Geburtskirche, die zu meinem Erstaunen menschenleer war. Aufgrund der fortgeschrittenen Stunde war es so ruhig, wie ich es wohl nicht wieder erleben werde. Der Ort ist sonst immer menschenüberfüllt. Den Rückweg nach Gilo haben wir auch zu Fuß zurückgelegt, Ankunft 6.00 früh, da wussten wir am nächsten Tag, was wir gemacht haben, weil man seine Füße gut spüren konnte.

Am 25. Nach dem Ausschlafen haben wir uns irgendwann auf die Socken gemacht und sind in die Altstadt zum Weihnachtsoratorium gegangen. Gesungen hat der Dresdner Kammerchor. Es hat sich wirklich gelohnt, auch wenn das uns die ersten drei Kantaten vorenthalten wurden, da diese schon am Vortag in Betlehem gespielt wurden. So blieb für uns noch der zweite Teil des Oratoriums.

Am Abend konnte ich dann nach Hause telefonieren und doch Anteil haben am Familienfest :o) danach haben wir als WG gemütlich zu Abend gegessen und auch den Folgetag als WG genossen, da wir alle zusammen frei hatten, also Eric, Thorsten, Wiebke und ich.
Nach drei freien Urlaubstagen begann dann wieder der Alltag. Früh aufstehen und arbeiten. Dennoch erinnere ich mich jetzt gern an das Weihnachtsfest. Ganz besonders möchte ich euch für eure Grüße danken. Ich habe mich riesig gefreut, als ich eure Videobotschaften sehen durfte. Das war so toll und ich bin euch super dankbar, die, die ihr mitgeholfen habt diese Überraschung zu vervollständigen. Vielen Dank :o) Das Paket mit den Weihnachtsgrüßen kam pünktlich am 24.Dezember an :o)

Heute fahren wir nach Haifa zu unseren Mädels, die haben zur gemeinsamen Silvestervolontärsfeier eingeladen. Somit starten wir gemeinsam ins neue Jahr.
Ich hoffe es geht euch allen gut und ihr kommt gut ins neue Jahr :o)

Mit ganz lieben Grüßen schließe ich an dieser Stelle den Eintrag und wünsche euch Gottes Segen.

PS. Ihr könnt mir auch emails senden, da man im Blog nur Einträge hinterlassen kann, wenn man bei googlemail ist.

Liebe Grüße
Eure Sara